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Eine Konfrontationsübung
Ein wesentliches und häufiges Problem der Angstbetroffenen ist das Zusammenkommen zweier Angststörungen. Zum einen werden Panikattacken oder agoraphobische Störungen erlebt und mit dem klassischen Vermeidungsverhalten zu kompensieren versucht. Zum anderen liegt in fast allen Fällen eine potenzierte und verzerrte Angst vor allen möglichen alltäglichen Dingen vor. Dies muss nicht einmal die klassische und bereits beschriebene generalisierte Angst sein. Hier sind die vorliegenden Nuancen vielfältig und reichen vom extremen „Bedenkenträger“ bis zum starken „Befürchter“.
Diese ständigen Befürchtungen geben häufig den Panikattacken den Nährboden, welcher sie unterhält. Leben Sie in Eigenverantwortung, wie ich es bereits zuvor beschrieben habe, dann werden viele Ihrer Befürchtungen und Bedenken im Laufe der Zeit verschwinden. Es ist an der Zeit und sehr wichtig, dass Sie selbst über Ihr Leben entscheiden. Wenn Sie niemandem mehr Raum geben Ihr Leben zu beeinflussen, dann geben Sie auch der Angst keinen Raum mehr Einfluss auf Ihr Leben zu nehmen.
Als kleine Übung werden Sie bitte eine Konfrontation mit Ihrer Angst suchen. Machen Sie eine der Tätigkeiten, die bereits häufiger zum Auftreten von Angst oder Panikattacken geführt haben. Was dies ist, ist ziemlich egal. Fahren Sie mit Bahn oder Bus oder gehen Sie einkaufen. Machen Sie die Dinge, bei welchen Sie normalerweise Angst bekommen.
Erwarten Sie die entstehende Angst- oder Panikattacke. Lassen Sie sie kommen und nehmen Sie sie zur Kenntnis. Inzwischen wissen Sie ja, dass körperlich während dieser Panikattacke nichts Schlimmes passieren wird. Ihr Herz funktioniert weiterhin bestens, Ihre Atmung auch. Halten Sie den aufkommenden Panikgefühlen Stand. Ihre Reaktion auf die Panik darf keine Flucht sein. Flucht ist konfus und setzt ein ganzes Stakkato dynamischer Abläufe in Ihrem Körper in Gang. Haben Sie der Fluchtreaktion erst einmal nachgegeben, ist eine angemessene und souveräne Reaktion auf Ihre Panikattacke nicht mehr möglich. Diese Flucht wird beim nächsten Mal wieder Angst auslösen. Obwohl Sie überzeugt sind, diese Panikattacke nicht durchzuhalten, dürfen Sie sich jetzt trotzdem nicht erlauben auf Ihre Panikattacke mit Flucht zu reagieren. Halten Sie die Situation so lange aus, wie es eben nur geht. Dann dürfen Sie irgendwann auch die Konfrontation beenden. Reagieren Sie überlegt und souverän. Flüchten Sie nicht, sondern ziehen Sie sich überlegt aus der Situation zurück. Ihr rationaler Verstand sagt Ihnen, dass Ihnen nichts passieren kann. Also lassen Sie sich Zeit um sich aus der ungeliebten Situation zurückzuziehen, wenn es denn sein muss. Wenn der Höhepunkt der Panik überschritten oder zumindest erreicht ist, dürfen Sie diese Konfrontation beenden und nach Hause gehen. Sie sind nicht geflüchtet, sondern Sie haben sich der Situation gestellt. Wenn Sie nun zu Hause sitzen, wird Ihre Panikattacke lange vergangen sein. Zum ersten Mal haben Sie selbst diese Panikattacke also bewusst ausgelöst und Sie haben diese Panikattacke auch beendet.
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