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Ursächliche Traumen und Ereignisse auflösen
Eine weitere effiziente Methode zur Desensibilisierung von angstbesetzten Gedanken und zur Auflösung von Traumata, die ursächlich für die Angst- oder Panikerkrankung sein können, ist die EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprozessing).
Die Methode ist keinesfalls neu, sondern wurde im Jahre 1989 von einer Wissenschaftlerin namens Dr. Francine Shapiro entwickelt. Frau Shapiro bemerkte während eines Spazierganges, dass belastende Erinnerungen und Gedanken an Intensität abnahmen, wenn sie mehrfach schnelle Augenbewegungen machte. Dr. Shapiro, die dieses Phänomen mehr oder weniger zufällig entdeckte, entwickelte daraus eine Methode wie sie Patienten mit posttraumatischen Belastungsstörungen behandeln konnte.
Der Therapeut hilft dem Patienten bei der Visualisierung der belastenden oder schrecklichen Erinnerungen. Dabei lässt er den Patienten schnelle Augenbewegungen machen, die er durch verschiedene Handbewegungen oder sonstige Aktionen steuert. Diese Augenbewegungen gleichen denen, die jeder Mensch während des Schlafes in einer REM-Phase macht.
Hierbei geht man davon aus, dass es bei der Aktivierung beider Gehirnhälften zu einem besseren und schnellen Verarbeitungsprozess der belastenden Bilder kommt. Dieser Prozess hält auch nach den EMDR-Sitzungen an.
EMDR wird heute bereits von mehr als 50.000 Ärzten und Psychologen in der Therapie von Angsterkrankungen und Belastungsstörungen angewandt. Frau Shapiro erhielt für Ihre Forschungsarbeit im Jahre 2000 den Siegmund Freud Preis für Psychotherapie in Wien.
Durch Erlebnisse wie z.B. den Tod eines nahen Angehörigen oder ein anderes schweres erlittenes Trauma, jede Art von einschneidender Lebenssituation, kann der Betroffene in einen Schockzustand geraten. In diesem Schockzustand sind die normalen Verarbeitungsmechanismen im Gehirn, in Bezug auf dieses Erlebnis, gehemmt. Durch die mangelhafte Verarbeitung einer solch gewaltigen Gefühlsreaktion bleibt das Schockerlebnis latent im Vordergrund und nimmt Einfluss auf viele alltägliche Denkprozesse des Betroffenen. Dies führt vielfach zu psychosomatischen Erkrankungen. Die Lebensqualität des Betroffenen verändert sich schlagartig. Er ist nicht mehr fröhlich oder unbeschwert, macht sich eine negative Grundhaltung im Alltag zu Eigen. Viele derart traumatisierte Personen entwickeln Zwangsstörungen und Panikattacken.
Neben der erfolgreichen Arbeit in therapeutischen Praxen lassen sich EMDR Übungen durchaus auch alleine durchführen. Gerade von Angst Betroffene sollten die nachfolgende Übung durchführen:
Sie können sehr schnell feststellen, ob es irgendwelche unverarbeiteten Erlebnisse und Traumata in Ihnen gibt. Denken Sie an all die schlimmen Dinge, die Ihnen jemals in Ihrem Leben widerfahren sind. Welches davon, kommt Ihnen heute noch immer genau so schlimm vor, wie damals? An welches trauen Sie sich kaum zu denken?
Unverarbeitete Erlebnisse verlieren ihre Schrecken nicht. Es sind all jene Ereignisse, über welche Sie nie sprechen. Verarbeitete Ereignisse lassen sich sehr gut und ohne erneuten Schrecken erzählen.
Stellen Sie sich bei geschlossenen Augen die angstauslösende Situation oder das schlimme Erlebnis vor, an welches Sie so oft zurückdenken müssen und welches Ihnen vielleicht bereits Albträume bereitet hat.
Stellen Sie sich das Schreckliche genau vor. Vielleicht war es ein Autounfall, vielleicht der Tod einer anderen Ihnen nahe stehenden Person. Vielleicht waren es einschneidende Ereignisse in Ihrer Kindheit. Gibt es ein Ereignis, was Ihnen heute noch die Kehle zuschnürt, wenn Sie nur daran denken? Ein Ereignis, welches Sie am Liebsten für immer verdrängt hätten?
Visualisieren Sie sich dieses Ereignis. Sehen Sie die Situation von damals in einem Film wieder. Erleben Sie alles noch einmal. Wenn Sie die Bilder genau vor sich sehen, genau spüren, was damals geschah, die Situation gewissermaßen wiederempfinden, dann öffnen Sie Ihre Augen, sagen Sie sich den Satz:
„Ich bin in einer schrecklichen Situation.“
Jetzt beginnen Sie damit Ihre geöffneten Augen kreisen zu lassen, rechts- oder linksherum, egal womit Sie anfangen. Nachdem Sie 8-10 Kreisbewegungen mit Ihren Augen gemacht haben, ändern Sie die Richtung und lassen die Augen in die andere Richtung kreisen.
Denken Sie jetzt nochmals kurz aber intensiv an die Situation und sagen Sie sich eine der Suggestionen: „Die Situation ist vorbei. Es ist gut, sie ist vorbei. Ich vergesse die Situation. Ich lasse Sie wegfliegen. Ich lasse auch meine Angst wegfliegen. Wie ein Vogel aus Papier schwebt sie weg. Immer höher in die Wolken, ich kann Sie nicht mehr sehen.“ oder „Das Schlimme ist vorbei. Jetzt bin ich wieder guten Mutes. Ich bin mutig und freue mich auf mein Leben.“
Sie können sich selbst eine Suggestion ausdenken. Wichtig ist nur, dass diese einen Bezug zum gerade Visualisierten hat. Geht es in der visualisierten Situation um den Tod eines Angehörigen, dann stellen Sie sich vor, wie er wegschwebt. Er verlässt Ihr Unterbewusstsein. Schreiben Sie sich einen Suggestiv-Satz dazu auf. Geht es um eine schlimme Krankheit, z.B. Krebs, dann lassen Sie in Ihrer Visualisierung diese Krankheit davonfliegen und sagen Sie sich einen entsprechenden Satz. Führen Sie diese Übung innerhalb der nächsten Wochen mehrmals durch. Es erfolgt dadurch bei vielen Dingen eine komplette Verarbeitung Ihres traumatischen Ereignisses. Für das Gehirn ist das Ereignis dann ein „erledigter Fall". Alles im Leben funktioniert nach Ordnungsprinzipien. Sind diese in Unordnung geraten, dann erregen Sie bestenfalls Unruhe. Stellen Sie sich vor, dass Finanzamt fordert von Ihnen eine hohe Nachforderung, vielleicht zu Unrecht. Sie sind außer sich und wehren sich dagegen. Fortan dreht sich alles um diese Situation, gewissermaßen alles um diese Unordnung. Sie verlieren an vielen anderen Dingen die Lust, so lange diese Unordnung besteht. Da das Ganze auch noch eine schlimme Situation ist, die Konsequenzen androht, lässt Sie bereits der Gedanke daran unwohl werden. Stellen Sie sich jetzt vor, Sie hatten Recht. Das Finanzamt schreibt Ihnen jetzt, dass die Sache damit erledigt sei und die Akte geschlossen. Vielleicht nehmen Sie jetzt demonstrativ einen roten Stift und schreiben auf Ihren Aktenordner mit der Korrespondenz: „erledigt!“ Plötzlich geht es Ihnen wieder gut und Sie haben wieder Lebensfreude. Nichts anderes machen Sie mittels der EMDR Übung, die ich Ihnen vorgestellt habe. Sie schließen eine offene Akte in Ihrem Unterbewusstsein: „erledigt!“ Das ist alles
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