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Als weitere große Auslösergruppe für Panikattacken sind nicht zuletzt auch diverse Medikamente denkbar. Neben der Nebenwirkung vieler moderner Breitbandantibiotika, die psychogene Nebenwirkungen haben, wie die Auslösung unsubstanziierter Angst oder gefährlicher Depressionen, können auch paradoxerweise gerade vom Behandler verschriebene Anxiolytika, also gegen Angst eingenommene Mittel, ihrerseits wieder sowohl bei der Einnahme als auch beim Absetzen Angst und Panikattacken auslösen. Weitere schwere psychogene Nebenwirkungen sind bekannt. Auch vollkommen harmlos erscheinende Sympathomimetika z. B. Nasenspray und Kreislauftropfen werden verdächtigt, an der Auslösung von Angst und Panik schuld zu sein. Neben verdächtigen Substanzen wie z. B. Natriumglutamat (China-Restaurant-Syndrom) sind in erster Linie auch Appetitzügler im Verdacht. Antihypertensiva (Blutdruckmittel) können bei zu starker Senkung ebenfalls Schwindel und angstmachende Symptome bewirken. Beruhigungsmittel wie beispielsweise Diazepam, alle Schlafmittel und die meisten Antidepressiva haben psychogene Nebenwirkungen. Grundsätzlich gilt hier die Erkenntnis: Was an der Psyche wirkt, kann an der Psyche auch Nebenwirkungen erzeugen.
Ähnliches gilt für Alkohol. Der Alkohol in geringen Maßen genossen, kann für den Angst- oder Panikbetroffenen ein Segen sein, dazu führen, dass er sich entspannt und in der Entspannung wirklich einmal eine symptomfreie Zeit erlebt. Leider steigert sich bei den meisten Betroffenen die notwendige Dosis und es entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis zu Alkohol, welches im Rahmen von Entzugssyndromen die Panikkette wieder aktiviert.
Ein ähnliches zweischneidiges Potenzial hat das Koffein. In kleinen Dosen bringt Koffein eine spürbarere geistige Frische und hält uns bei Laune. In größeren Dosen kann es auch hier zu psychogenen Nebenwirkungen kommen wie Erregungszuständen, Ruhelosigkeit und Agitiertheit. Bei noch höheren Dosen kommen Schlaflosigkeit, Zittern und Herzjagen hinzu.
Wenn Sie nicht mehr als 4 Tassen Kaffee am Tag trinken, dürfte dies nicht unbedingt einen Einfluss auf die Entstehung von Panikattacken haben. Viele der befragten Betroffenen haben im Verlaufe der Zeit, in welcher sie Panikattacken erleben, mehrfach auf Kaffee oder Tee verzichtet, ohne das dies irgendeinen Einfluss auf die Häufigkeit oder Intensität der Panikattacken gehabt hätte.
Ähnliches gilt für das Rauchen. Viele Betroffene berichteten, dass es keinen spürbaren Unterschied auf die Anzahl und Häufigkeit der Panikattacken machte, wenn sie rauchten oder nicht rauchten. Erst wenn ein Nikotinentzug angestrebt wurde, kam es zu den allseits bekannten Entzugssyndromen mit Unruhe, Gereiztheit, Heißhunger auf Süßigkeiten und Ähnliches. Denkbar ist jedoch, dass Rauchen die Disposition für Panikattacken erhöht. Jüngst wurde in einer amerikanischen Studie festgestellt, dass das Rauchen von mehr als 20 Zigaretten täglich, bei Jugendlichen ein 15-fach erhöhtes Risiko für das Auftreten von Panikstörungen induziert.
Alle anderen Rauschmittel und Substanzen wie Haschisch oder Heroin, Kokain und weitere, bleiben hier unerwähnt, weil selbstverständlich ist, dass diese neben Halluzinationen auch schwerste Angstzustände auslösen können.
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