HYPERVENTILATION

Weiterhin beschreiben viele Autoren in ihren Büchern über Angst auch als wesentliche zugrunde liegende körperliche Störung die Hyperventilation.
Beim chronischen Hyperventilationssyndrom, welches beim Betroffenen überraschend häufig unbemerkt bleibt, wechselt das Atmungsmuster des Betroffenen meist von frequenter tiefer Atmung, mit zeitweisen Seufzern und zusätzlichen tiefen Atemzügen, bis zu andauernder deutlich schneller tiefer Atmung. Die Betroffenen klagen häufig darüber zu wenig Luft zu bekommen, gähnen, sind ermüdet und machen sich sehr häufig Sorgen um vermeintliche Herzprobleme. Hinzugezogene Ärzte deuten dieses Hyperventilationssyndrom nur dann richtig, wenn es zu den ausgeprägtesten und selten vorliegenden Symptomen wie z. B. einer tetanischen Verkrampfung der Hände kommt. In Verbindung dieser Beobachtung mit der Patientenangabe, dass es um den Mund herum kribbele, bemerkt der Behandler dann doch recht schnell, dass ein Hyperventilationssyndrom vorliegt. Leider sind die Behandler aufgrund ihrer mangelnden Zeit nicht in der Lage, während eines ausführlichen Patientengespräches auch eine mit weniger deutlichen Symptomen verlaufende Hyperventilation des Patienten zu diagnostizieren. Hierzu bedarf es eigentlich nur einer viertelstündigen Beobachtung des Patienten. Sehr häufig ruft die chronische Hyperventilation eine so genannte respiratorische Alkalose hervor. Es kommt zu einem primären Abfall des Kohlendioxidpartialdruckes und einem Anstieg des Blut-PH-Wertes und Veränderungen anderer Parameter, die der Arzt sehr schnell als Laborbefund feststellen könnte.
Die chronisch ausgeprägte Hyperventilation führt unter anderem zu Schwindel und Angstgefühlen, die ihrerseits weitere Alarmreaktionen des Körpers hervorrufen und in eine solide Panikattacke mit einer komplett ausgebildeten Symptomatik übergehen können.
Als erste Hilfe wird den Betroffenen hier das mehrmalige Ein- und Ausatmen in eine Papiertüte empfohlen, welches rasche Wiederherstellung der normalen Blutparameter gewährleistet. Dies ist jedoch keine dauernde Therapie.

Jüngste Erkenntnisse der Forschung lassen vermuten, dass primitive angeborene Erstickungsreflexe dann auslösen, wenn Angst vor der Angst besteht und eine gewisse Erwartungshaltung gegenüber Panikattacken bestehe. Dieser übersensibilisierte fehlerhaft auslösende Alarmzustand seinerseits, würde zu schnellerer Atmung und zu einem Fluchtreflex ins Freie führen, um besser atmen zu können.

Die chronische Hyperventilation ist durch Sport und Entspannungsübungen vom Betroffenen gut in den Griff zu bekommen.